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Plenarvortrag: Wie gut ist die Evidenz für biologische Therapieverfahren?

Prof. Dr. Peter Falkai, München

Schizophrene Psychosen haben zwar nur eine Punktprävalenz von ca. 1%, führen aber bei über der Hälfte der Betroffenen zu einer ungünstigen Prognose mit Nichterfüllung psychosozialer Ziele in Bezug auf Arbeit oder stabile Beziehung.
Ein wesentliches Problem neben einer unzureichenden Remission bereits im Rahmen der Erstmanifestation ist das hohe Risiko von Rezidiven aufgrund einer unzureichenden Medikamenten-Compliance und/oder belastenden psychosozialen Situationen.
Dem Wunsch der Patienten, wirklich wahrgenommen Nebenwirkungen wie Gewichtszunahme, Sedierung oder sexuelle Dysfunktion aber auch antizipierte Nebenwirkungen wie Organveränderung oder Hirnatrophie zu begegnen ist die Herausforderung: Eine früh einsetzende Psychoedukation bzw. Psychotherapie (CBT) in Kombination mit einer kontinuierlichen niedrigdosierten Antipsychotikatherapie verhindern bei den meisten Patienten einen Rückfall.
Wesentliche Fragen sind: Welcher Patient braucht wie lange welches Antipsychotikum in welcher Dosierung und wie können Nebenwirkungen früh antizipiert und behandelt werden? Welche Vorzüge und Nachteile haben beispielsweise nicht-invasive Gehirnstimulationstherapien?