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Workshop 1.1: Pharmakotherapie – State of the Art

Vorsitz: Prof. Dr. Frank Jessen, Köln | Priv.-Doz. Dr. Alkomiet Hasan, München

Affektive Störungen

Priv.-Doz. Dr. Natalia Chechko, Aachen

Um bei Depressionen möglichst gute Therapieerfolge zu erzielen ist es wichtig, systematisch vorzugehen, beispielsweise anhand der S3-Leitlinie Unipolare Depression. Neben Psychotherapie oder psychosozialen Interventionen für leichte bis mittelgradige Episoden, gibt es für mittelschwere und schwere depressive Episoden die Empfehlung einer psychopharmakologischen Therapie, die dieser Vortrag behandeln wird. Die Entscheidung für ein bestimmtes Antidepressivum sollte in Rücksprache mit dem Patienten und vor allem mit Rücksicht auf mögliche Nebenwirkungen getroffen werden. Wenn ein Patient mit einem Antidepressivum eingestellt ist, werden 3 bis 4 Wochen abgewartet, um den Effekt zu beurteilen. Bei einer Besserung sollte die Medikation weitergeführt werden und zur Stabilisierung in eine Erhaltungstherapie von 6 bis 9 Monaten übergehen. Wenn der Patient keine Besserung der depressiven Symptomatik zeigt, gibt es mehrere Möglichkeiten, die Medikation anzupassen. Bei einigen Antidepressiva ist es sinnvoll, die Dosis zu korrigieren, wenn der Serumspiegel nicht im Bereich der von der S3-Leitlinie empfohlenen Konzentration liegt. Eine weitere Möglichkeit ist es, das Antidepressivum mit einem zweiten Antidepressivum, Lithium oder einem atypischen Antipsychotikum zu ergänzen. Auch hierbei ist eine Verbesserung der Symptomatik belegt. Des Weiteren soll im Rahmen des Vortrages behandelt werden, wann ein Wechsel zu einem anderen Antidepressivum sinnvoll wäre, und bei welchen Nebenwirkungen eine Umstellung abzuwägen ist.

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Schizophrenie

Priv.-Doz. Dr. Alkomiet Hasan, München

In dem Vortrag „Schizophrenie“ des Symposiums WS1 „Pharmakotherapie – State of the Art“ werden die neuesten Empfehlungen für die pharmakologische Behandlung der Schizophrenie dargestellt. Hier wird die Diskussion der Empfehlungen der neuen S3-Leitlinie Schizophrenie, die seit September 2018 öffentlich zugänglich ist, einen wesentlichen Raum erhalten. Im Rahmen der mehrjährigen Revision wurde der Schwerpunkt der pharmakologischen Behandlung auf die risikobasierte Indikationsstellung gelegt, wobei zum Einen das Risiko für Nebenwirkungen, aber auch zum anderen das Risiko für ungünstige Behandlungsverläufe besonders gewürdigt worden sind. Insbesondere die Akuttherapie (Reduktion von Positivsymptomen), aber auch die Behandlung von Symptomen, die den krankheitsverlauf maßgeblich beeinflussen (z.B. affektive Symptome, Negativsymptome, Residualsymptome) werden in dem Vortrag besprochen werden. Schließlich wird das Thema Monotherapie vs. Kombinationsbehandlung diskutiert werden. Die Darstellung der Evidenzen und Empfehlungen wird dabei mit den wesentlichen Originalpublikationen unterlegt, um den Teilnehmern auch die Entstehung der neuen Empfehlungen der Pharmakotherapie der Schizophrenie vor dem Hintergrund der Möglichkeiten und Grenzen von Evidenz aufzuzeigen. Nicht dargestellt wird das Thema Erhaltungstherapie, da dieses Thema im Rahmen des anschließenden Fachdiskurses sein wird.

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Demenzen

Prof. Dr. Frank Jessen, Köln

Zur Behandlung der leichten bis mittelschweren Demenz bei Alzheimer Krankheit sind seit langer Zeit die Acetylcholinesterasehemmer zugelassen und werden zur Behandlung empfohlen. Für die mittelschwere bis schwere Alzheimer Demenz steht zusätzlich Memantin zur Verfügung. Für die Demenz bei der Parkinson Erkrankung hat einzig der Acteylcholinesterasehemmer Riviastigmin die Zulassung und wird ebenfalls zur Behandlung in den Leitlinien empfohlen. In dem Vortrag werden diese Medikamente auch unter dem Gesichtspunkt der Verträglichkeit und in der Langezeitbehandlung diskutiert. Eine große Herausforderung ist die Behandlung von Verhaltenssymptomen bei Demenz. In Bezug auf die Pharmakotherapie sind hierbei kontinuierlich Nutzen-/Risikoabwägungen zu treffen, da zumindest einige Substanzen mit erhöhten Morbiditäts- und Mortalitätsraten assoziiert sind. Wesentlich Studien werden hierzu referiert. Die Entwicklung neuer Medikamente, insbesondere zur Behandlung der Alzheimer Krankheit ist sehr dynamisch, auch wenn bisher noch keine neue Substanz eine für die Zulassung ausreichende Wirkung zeigten. Zusätzlich kursieren viele Gerüchte um einen möglichen Rückzug de Industrie aus der Forschung auf diesem Gebiet, was so nicht bestätigt werden kann. Vor diesem Hintergrund wird in dem Vortrag auch ein aktueller Ausblick in die Zukunft der krankheitsmodifizierenden Medikamente gegeben.

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