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LVR-Fokustagung 2021

UPDATE Altersdemenzen – Prävention, Diagnostik und Therapie

17. März 2021 - Online

Demenzen zählen neben Depressionen und Angststörungen zu den am häufigsten diagnostizierten psychischen Erkrankungen. In Deutschland lebten 2018 rund 1,7 Millionen Menschen mit einer Demenz. Die meisten von ihnen sind von einer Altersdemenz betroffen. Jahr für Jahr werden mehr als 300.000 Neuerkrankungen gezählt. Vorausberechnungen zufolge wird sich die Zahl der Menschen mit Demenz bis zum Jahr 2050 auf rund 3 Millionen erhöhen, sollte kein Durchbruch in Prävention und Therapie gelingen. Diese Zahlen machen deutlich, vor welcher gesamtgesellschaftlichen Herausforderung unser Gesundheitssystem, die Krankenhäuser, Ärztinnen und Ärzte, Pflegende und Angehörige stehen.

Die Beiträge im ersten Abschnitt unserer LVR-Fokustagung 2021 werden sich der Früherkennung und Prävention von Altersdemenzen (F. Jessen, Köln) sowie der Differentialdiagnostik (T. Supprian, Düsseldorf) widmen. Denn neben der senilen Demenz vom Alzheimer-Typ spielen auch andere Demenzformen eine wichtige Rolle im klinischen Alltag, und die Differenzierungen haben unmittelbare therapeutische und prognostische Relevanz. In der Folge werden verschiedene Therapieformen vorgestellt. Dabei werden die vielfältigen therapeutischen Möglichkeiten, aber auch ihre Grenzen aufgezeigt. Thematische Schwerpunkte sind die differenzierte Pharmakotherapie (T. Supprian, Düsseldorf), die Psychotherapie (R. Lindner, Kassel) und die Bewegungstherapie ( P. Häussermann, Köln).

In Anbetracht des häufig jahrelang chronisch progredienten Krankheitsverlaufs spielt die Perspektive der professionell Pflegenden sowie der pflegenden Angehörigen eine wichtige und die Lebensqualität der Betroffenen meist entscheidend mitbestimmende Rolle. Hierzu werden wir uns in Beiträgen zu innovativen Aspekten der Pflege (A. Münster, Lünen) sowie zu den Herausforderungen für die Angehörigen informieren (S. Wächter, Köln). Ein weiterer Beitrag wird sich dem Demenz-sensiblen Krankenhaus widmen. Darunter sind die speziellen strukturellen, prozeduralen und organisatorischen Faktoren zu verstehen, die die Versorgung von Menschen mit Demenz in der stationären Versorgung optimieren sollen (R. Püllen, Frankfurt a. M.).

Ergänzt wird das Themenspektrum durch zwei Beiträge zu aktuellen Forschungsthemen, die im LVR-Klinikverbund angesiedelt sind: In einem Projekt des LVR-Instituts für Versorgungsforschung geht es um Risikofaktoren für Zwangseinweisungen (E. Gouzoulis-Mayfrank, Köln) und in einem weiteren Projekt des LVR-Klinikums Düsseldorf um die Vermeidung von häuslicher Gewalt gegen ältere Menschen mit Demenz (Kapsimali, Düsseldorf). Abschließend wird sich ein Beitrag mit der Darstellung des Krankheitsbildes Demenz im Film widmen (A. Karenberg, Köln). Gerade die Darstellung in den Medien prägt das Bild von der Erkrankung und den Erkrankten, das sich in unserer Gesellschaft formt. Zu reflektieren ist, wie dieses Bild heute aussieht, und wie es sich in Zukunft verändern könnte.

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